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Marvinroute 2022

Abbruch nach 4 Tagen - Wenn der Körper die Planung übernimmt

  • 4Tage
  • 227Kilometer
  • 5.580Höhenmeter
  • 27 him Sattel
Die Route
1234
Höhenprofil der ganzen Reise, bis 2.205 m
0 m500 m1.000 m1.500 m2.000 m2.500 mTag 1: Der Start ins Alpenabenteuer, 59,9 km, 1.049 HöhenmeterT1Tag 2: Höhenmeter statt Schonprogramm, 53,6 km, 1.866 HöhenmeterT2Tag 3: Über den Brenner-Grenzkamm, 56,7 km, 1.598 HöhenmeterT3Tag 4: Von Sterzing nach Meran – und dann war Schluss, 57,1 km, 1.067 HöhenmeterT4

Tag 1 von 4, Samstag, 9. Juli 2022

Der Start ins Alpenabenteuer

Strecke
59,9 km
Höhenmeter
1.049
Fahrzeit
3:56 h
Höchster Punkt
1.166 m

Der Alpencross hat begonnen! 60,5 Kilometer und 914 Höhenmeter später wissen die Waden: Das wird kein Spaziergang zum Gardasee.

Aufbruch Richtung Süden

Die Marvinroute ist eine Mountainbike-Alpenüberquerung vom Kochelsee bis zum Gardasee. In sieben Etappen führt sie von Oberbayern durch Österreich und Südtirol bis nach Italien. Dabei setzt sie auf abwechslungsreiche Wege, schöne Panoramen und kleinere Übergänge abseits der großen Verkehrsachsen. Ein echtes Abenteuer auf zwei Rädern!

Am 9. Juli 2022 fiel für uns der Startschuss. Die erste Etappe führte uns hinein in die Voralpenlandschaft. Mit knapp 60 Kilometern und über 1.000 Höhenmetern war gleich zu Beginn klar, dass diese Alpenüberquerung kein gemütlicher Sonntagsausflug werden würde.

Die Strecke bot eine Mischung aus längeren Anstiegen, abwechslungsreichen Abschnitten und schönen Ausblicken auf die bayerische Bergwelt. Der höchste aufgezeichnete Punkt lag bei 1.166 Metern. Noch waren wir in Deutschland unterwegs, doch das große Ziel – der Gardasee – lag gedanklich bereits vor uns.

Auffällig ist der Unterschied zwischen Fahrzeit und Gesamtdauer: 3 Stunden und 56 Minuten saßen wir tatsächlich im Sattel, insgesamt waren wir 6 Stunden und 38 Minuten unterwegs. Da blieb also auch Zeit für Pausen, Verschnaufmomente und alles, was zu einem gelungenen Alpencross dazugehört.

Der erste Tag ist geschafft

60,5 Kilometer, 914 Höhenmeter und ein Durchschnittstempo von 9,1 km/h – ein ordentlicher Auftakt. Die Beine waren nun auf Betriebstemperatur und die Vorfreude auf die nächsten Etappen dürfte noch einmal gewachsen sein.

Fazit: Der erste Tag der Marvinroute ist geschafft. Die Alpenüberquerung hat begonnen, die ersten Höhenmeter sind gesammelt und der Gardasee ist ein gutes Stück näher gerückt. Aber eines war klar: Die Waden hatten gerade erst angefangen, ihr Protokoll zu führen!

Tag 2 von 4, Sonntag, 10. Juli 2022

Höhenmeter statt Schonprogramm

Strecke
53,6 km
Höhenmeter
1.866
Fahrzeit
8:53 h
Höchster Punkt
1.750 m

Tag 2 der Marvinroute hatte es in sich: 53,6 Kilometer, 1.866 Höhenmeter und fast neun Stunden im Sattel – ein echter Härtetest für Mensch und Material!

Von Seefeld Richtung Stubaital

Nach dem ersten Tag der Marvinroute ging es am 10. Juli in Österreich weiter. Die zweite Etappe der ursprünglichen Marvinroute führt von Seefeld in Tirol in Richtung Stubaital und Maria Waldrast. Dabei wartet ein anspruchsvoller Mix aus Anstiegen, Almwegen und teils herausfordernden Trailabfahrten.

Zunächst geht es hinunter ins Inntal. Anschließend beginnt der lange Anstieg über den Innsbrucker Almenweg. Vorbei an Almen wie der Götzner Alm und der Mutterer Alm führt die Route weiter in Richtung Kreither Alm. Immer wieder eröffnen sich dabei schöne Ausblicke auf die Tiroler Bergwelt.

Doch die landschaftlichen Eindrücke gibt es nicht umsonst: 1.866 Höhenmeter auf 53,6 Kilometern sind eine echte Ansage. Der höchste Punkt lag bei 1.750 Metern. Dazu kamen anspruchsvolle Abfahrten, bei denen nicht nur Kondition, sondern auch Konzentration und Fahrtechnik gefragt waren.

Mit 8 Stunden und 53 Minuten Fahrzeit wurde aus der zweiten Etappe ein echter Langtag im Sattel. Das Durchschnittstempo von 6 km/h zeigt deutlich, wie viel Kletterarbeit und technische Passagen in dieser Runde steckten.

Die ursprüngliche Marvinroute führt weiter in Richtung Stubaital und sieht Maria Waldrast als Etappenziel vor. Unsere aufgezeichneten Tourdaten dokumentieren dabei eine besonders fordernde Variante beziehungsweise einen langen Tourentag.

Die Beine bekommen keine Pause

Nach knapp 54 Kilometern war zwar die Distanz überschaubar, die Höhenmeter hatten es dafür umso mehr in sich. Tag zwei zeigte eindrucksvoll, dass bei einem Alpencross nicht die Kilometer allein entscheiden. Manchmal sind es die langen Anstiege, die einen Tag unvergesslich machen.

Fazit: 1.866 Höhenmeter, fast neun Stunden Fahrzeit und jede Menge Tiroler Bergwelt. Die Marvinroute hat am zweiten Tag ordentlich nachgelegt – und die Waden haben vermutlich schon angefangen, über eine Gewerkschaft nachzudenken!

Tag 3 von 4, Montag, 11. Juli 2022

Über den Brenner-Grenzkamm

Strecke
56,7 km
Höhenmeter
1.598
Fahrzeit
7:59 h
Höchster Punkt
2.208 m

Tag 3 führte hoch hinaus: 56,7 Kilometer, 1.598 Höhenmeter und 2.208 Meter über dem Meer – am Brenner-Grenzkamm wurde aus dem Alpencross endgültig ein echtes Abenteuer!

Der anspruchsvollste Abschnitt wartet

Der dritte Tag der Marvinroute zählt zu den großen Herausforderungen der Alpenüberquerung. Die Route führt vom Stubaital über das Kloster Maria Waldrast und Steinach am Brenner in Richtung Sterzing. Dabei geht es hinauf in die beeindruckende Bergwelt rund um den Brenner.

Ein besonderes Highlight dieser Etappe ist der Brenner-Grenzkamm. Über die alte Grenzkammstraße geht es durch eine hochalpine Landschaft mit weiten Ausblicken auf die umliegenden Gipfel. Auch die Sattelberg Alm und der Trinsersteig gehören zu den bekannten Streckenabschnitten dieser Etappe.

Die Tour verlangt einiges ab: Lange Anstiege, anspruchsvolle Wege und eine Höhe von über 2.200 Metern machen deutlich, dass man sich hier bereits mitten im alpinen Gelände befindet. Die Landschaft entschädigt allerdings für so manchen Schweißtropfen – und bietet genügend Gründe, kurz innezuhalten und durchzuatmen.

Fast acht Stunden in den Bergen

Unsere Tourdaten sprechen eine klare Sprache: 56,7 Kilometer, 1.598 Höhenmeter und knapp acht Stunden Fahrzeit. Mit einem Durchschnittstempo von 7,1 km/h war das kein Tag zum Kilometerfressen, sondern eine Etappe, bei der Ausdauer und Konzentration gefragt waren.

Nach den ersten beiden Tagen der Marvinroute waren die Beine bereits vorbelastet. Trotzdem hieß es weiterfahren, denn das Ziel der Alpenüberquerung lag noch einige Etappen entfernt.

Fazit: Ein langer und anspruchsvoller Tag mit hochalpinem Charakter. Der Brenner-Grenzkamm, die eindrucksvolle Bergkulisse und mehr als 2.200 Meter Höhe machten Tag drei zu einem echten Erlebnis auf der Marvinroute.

Tag 4 von 4, Dienstag, 12. Juli 2022

Von Sterzing nach Meran – und dann war Schluss

Strecke
57,1 km
Höhenmeter
1.067
Fahrzeit
6:55 h
Höchster Punkt
2.001 m

57 Kilometer, über 2.000 Meter Höhe und ein E-Bike-Fahrer, der lieber nicht tauschen wollte. Tag 4 führte nach Meran – für mich leider auch zum krankheitsbedingten Ende des Alpencrosses.

Durch Südtirol Richtung Meran

Nach drei intensiven Tagen auf der Marvinroute ging es am 12. Juli von Sterzing nach Meran. Die Strecke führte hinein in die beeindruckende Südtiroler Bergwelt. Mit 57,1 Kilometern und 1.067 Höhenmetern wartete wieder ein ordentliches Stück Arbeit auf uns.

Der höchste Punkt lag bei 2.001 Metern. Lange Anstiege, schöne Berglandschaften und die Abfahrt hinunter Richtung Meran machten diese Etappe zu einer abwechslungsreichen Herausforderung. Nach den anstrengenden Vortagen waren die Beine allerdings längst nicht mehr ganz frisch.

Die Sache mit dem E-Bike

Unterwegs gab es noch eine Begegnung, die unbedingt in den Tourenbericht gehört. Ein E-Bike-Fahrer erklärte mir mit voller Überzeugung, dass es mit dem E-Bike genauso anstrengend sei wie mit einem Bio-Bike.

Das wollte ich natürlich genauer überprüfen und schlug kurzerhand einen Tausch vor: Er bekommt mein Bio-Bike und ich probiere dafür sein E-Bike aus. Seltsamerweise war seine Begeisterung für den direkten Praxistest plötzlich nicht mehr ganz so groß. Zum Tausch kam es jedenfalls nicht.

So blieb die Erkenntnis: Über die Anstrengung lässt sich trefflich diskutieren – aber ein kleiner Selbstversuch hätte die Sache vielleicht schneller geklärt!

Wenn der Körper die Entscheidung trifft

Mit 6 Stunden und 55 Minuten Fahrzeit war auch dieser Tag alles andere als ein Spaziergang. Doch leider sollte die vierte Etappe nicht nur wegen der schönen Landschaft in Erinnerung bleiben.

Nach diesem Tag musste ich den Alpencross krankheitsbedingt abbrechen. Damit war das persönliche Abenteuer auf der Marvinroute leider vorzeitig beendet. Nach all den gemeinsam gesammelten Kilometern und Höhenmetern war das natürlich eine bittere Entscheidung. Aber manchmal gibt der Körper eben die Richtung vor – und dann hilft auch der größte Ehrgeiz nichts.

Fazit: Ein unerwartetes Ende

Die vierte Etappe brachte uns von Sterzing nach Meran und damit ein weiteres Stück durch Südtirol. Neben den Bergen bleibt vor allem die E-Bike-Diskussion als amüsante Erinnerung hängen. Das abrupte Ende wegen Krankheit überschattete allerdings den Tourentag und machte aus dem geplanten Alpencross eine vorzeitige Heimreise.