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Alpencross 2021

Ehrwald bis Albarella an der Adria

  • 6Tage
  • 536Kilometer
  • 3.304Höhenmeter
  • 28 him Sattel
Die Route
123456
Höhenprofil der ganzen Reise, bis 1.540 m
0 m500 m1.000 m1.500 m2.000 mTag 1: Ehrwald – Prutz, 69,2 km, 968 HöhenmeterT1Tag 2: Prutz – Burgeis, 62,9 km, 1.043 HöhenmeterT2Tag 3: Burgeis – Meran, 67,2 km, 79 HöhenmeterT3Tag 4: Meran – Trient, 102,9 km, 294 HöhenmeterT4Tag 5: Trient – Bassano del Grappa, 96,8 km, 773 HöhenmeterT5Tag 6: Bassano del Grappa – Albarella, 136,5 km, 147 HöhenmeterT6

Tag 1 von 6, Montag, 2. August 2021

Ehrwald – Prutz

Strecke
69,2 km
Höhenmeter
968
Fahrzeit
4:36 h

Nun war es soweit unser Traum konnte beginnen

Lange hatten wir davon gesprochen, geplant und geträumt – jetzt wurde es endlich ernst. Unser erstes gemeinsames Alpencross-Abenteuer startete in Ehrwald. Die Bikes waren gepackt, die Vorfreude riesig und die Spannung spürbar. Vor uns lagen mehrere Tage voller Berge, Höhenmeter und hoffentlich unvergesslicher Erlebnisse.

Zum Auftakt ging es von Ehrwald in Richtung Prutz. Auf knapp 70 Kilometern sammelten wir 968 Höhenmeter. Damit war der erste Tag zwar noch kein ganz großer Tausender-Tag, aber definitiv eine ordentliche Einstimmung auf das, was uns in den kommenden Tagen erwarten sollte.

Ein besonderes Highlight der Etappe war die Fließer Platte bei Fließ. Hier trafen wir auf ein Stück Geschichte: Die alte Römerstraße Via Claudia Augusta führt über eine beeindruckende Felspassage, in der noch heute die tiefen Wagenspuren der Römer zu erkennen sind. Ein faszinierender Ort, an dem man kurz innehält und sich vorstellt, wie hier vor Jahrhunderten Fuhrwerke unterwegs waren. Natürlich durfte auch dieser geschichtsträchtige Abschnitt auf unserem Weg nicht fehlen.

Nach den Eindrücken an der Fließer Platte ging es weiter in Richtung Fließ und hinunter ins Inntal. Von dort folgten wir dem weiteren Weg bis nach Prutz.

Nach 4 Stunden und 36 Minuten reiner Fahrzeit war die erste Etappe geschafft. Die Beine hatten schon einmal Bekanntschaft mit den Bergen gemacht, die ersten Eindrücke waren gesammelt und die Stimmung passte.

Der Anfang war gemacht! Aus einer verrückten Idee wurde Realität. Und eines war schon jetzt klar: Das Abenteuer hatte gerade erst begonnen. 🚵‍♂️

Tag 2 von 6, Dienstag, 3. August 2021

Prutz – Burgeis

Strecke
62,9 km
Höhenmeter
1.043
Fahrzeit
4:18 h

Es wurde nicht leichter aber immer schöner

Nach dem gelungenen Auftakt am Vortag wartete heute die nächste Herausforderung auf uns. Von Prutz aus ging es weiter Richtung Süden – immer dem Verlauf der historischen Via Claudia Augusta folgend. Was sich auf der Karte noch recht harmlos anhörte, sollte sich unterwegs als ordentliches Stück Arbeit herausstellen.

Zunächst führte uns die Strecke durch das obere Inntal über Ried, Tösens und Pfunds. Vorbei an beeindruckenden Bergkulissen und geschichtsträchtigen Orten näherten wir uns der Schweizer Grenze. Ein besonderes Highlight auf diesem Abschnitt ist Altfinstermünz: eine spektakuläre mittelalterliche Grenz- und Zollstation inmitten einer engen Schlucht am Inn.

Von dort wurde es dann richtig ernst. Über Martina in der Schweiz wartete mit der Norbertshöhe ein kräftiger Anstieg auf uns. Rund 400 Höhenmeter mussten überwunden werden, bevor wir Nauders erreichten. Spätestens hier war klar: Die Beine würden heute ordentlich gefordert werden.

Weiter ging es hinauf zum Reschenpass, wo wir schließlich den Alpenhauptkamm überquerten und die Grenze nach Italien passierten. Ein besonderer Moment unserer Tour! Am Reschensee bot sich uns dann ein beeindruckendes Panorama. Natürlich durfte auch der berühmte, aus dem Wasser ragende Kirchturm von Altgraun nicht fehlen – eines der bekanntesten Fotomotive Südtirols.

Anschließend führte uns die Strecke hinunter ins Vinschgau und weiter zu unserem Tagesziel Burgeis.

62,9 Kilometer, 1.043 Höhenmeter und 4 Stunden 18 Minuten im Sattel. Der zweite Tausender-Tag war geschafft! Die Beine wurden schwerer, die Anforderungen größer, aber die Stimmung blieb bestens.

Österreich hinter uns, Italien erreicht und das Abenteuer ging weiter! Zwei Etappen waren geschafft – und wir waren mittendrin in unserem Alpencross.

Ein Tag mit ordentlich Höhenmetern, beeindruckenden Landschaften und einem echten Gänsehautmoment am Reschenpass. Wenig Plaudern, viel Treten – aber am Ende wieder dieses breite Grinsen unter dem Helm. 🚵‍♂️

Tag 3 von 6, Mittwoch, 4. August 2021

Burgeis – Meran

Strecke
67,2 km
Höhenmeter
79
Fahrzeit
2:57 h

Nach zwei anstrengenden Tagen mit ordentlich Höhenmetern stand heute ein ganz anderes Programm auf dem Plan. Keine langen Anstiege, keine schweißtreibenden Rampen und kein Kampf mit dem Berg – heute hieß es einfach: rollen lassen!

Von Burgeis aus machten wir uns auf den Weg Richtung Meran. Wir folgten dem Verlauf der historischen Via Claudia Augusta, die uns durch den wunderschönen Vinschgau führte. Statt anspruchsvoller Mountainbike-Passagen erwartete uns heute eine entspannte Etappe auf überwiegend flachen und leicht abfallenden Wegen entlang der Etsch.

Unterwegs passierten wir zahlreiche sehenswerte Orte und Landschaften. Vorbei an Mals mit seinen markanten Kirchtürmen ging es weiter nach Glurns, der kleinsten Stadt Südtirols mit ihrer vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer. Danach führte uns die Strecke durch die weiten Obstgärten des Vinschgaus, vorbei an Laas und Schlanders.

Je weiter wir ins Tal kamen, desto mediterraner wurde die Landschaft. Apfelplantagen, kleine Dörfer und die beeindruckende Bergkulisse begleiteten uns auf unserem Weg. Über Latsch und Naturns näherten wir uns schließlich unserem Tagesziel Meran.

Nach 67,2 Kilometern und gerade einmal 79 Höhenmetern erreichten wir Meran. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 22,8 km/h war das die bisher schnellste und mit Abstand höhenmeterärmste Etappe unseres Alpencross.

Nach den beiden ersten, durchaus fordernden Tagen tat diese Abwechslung richtig gut. Die Beine konnten sich erholen, der Kopf bekam eine Pause und wir konnten die Landschaft genießen, ohne ständig auf den nächsten Anstieg zu schielen.

Heute war Genuss statt Kampf angesagt! Manchmal muss man eben nicht jeden Berg bezwingen – manchmal reicht es völlig, einfach gemeinsam Kilometer zu sammeln und die Fahrt zu genießen. 🚴‍♂️

Tag 4 von 6, Donnerstag, 5. August 2021

Meran – Trient

Strecke
102,9 km
Höhenmeter
294
Fahrzeit
4:56 h

Nach dem gemütlichen Tag im Sattel von Burgeis nach Meran stand heute eine echte Langstreckenetappe auf dem Programm. Über 100 Kilometer warteten auf uns – allerdings mit gerade einmal 294 Höhenmetern. Nach den ersten beiden anspruchsvollen Tagen klang das zunächst fast nach einem Ruhetag. Doch wer glaubt, dass eine solche Distanz ein Spaziergang ist, der irrt sich!

Von Meran aus folgten wir weiter dem Verlauf der historischen Via Claudia Augusta. Die Strecke führte uns durch das Etschtal, vorbei an endlosen Obstplantagen, kleinen Südtiroler Ortschaften und beeindruckenden Bergkulissen. Über Lana und Bozen ging es immer weiter Richtung Süden.

In Bozen verließen wir langsam die vertraute Vinschgauer Landschaft und tauchten tiefer in Südtirols Wein- und Obstregion ein. Entlang der Etsch rollten wir durch das breite Tal, vorbei an Leifers, Auer und Salurn. Die Berge rückten immer wieder beeindruckend nahe heran, während wir auf den überwiegend flachen Wegen ordentlich Kilometer sammelten.

Die heutige Herausforderung lag weniger in den Höhenmetern als vielmehr in der Ausdauer. Vier Stunden und 56 Minuten im Sattel, über 100 Kilometer auf dem Bike – da waren Sitzfleisch und Durchhaltevermögen gefragt. Große Anstiege blieben uns erspart, dafür hieß es: gleichmäßig treten, rollen lassen und bloß nicht unnötig anhalten.

Schließlich erreichten wir Trient (Trento), unser Tagesziel. Wieder ein gutes Stück weiter Richtung Süden und ein weiterer wichtiger Meilenstein unserer Alpenüberquerung.

Über 100 Kilometer geschafft! Heute haben wir nicht die Berge bezwungen, sondern die Distanz. Wenig Höhenmeter, viele Kilometer und jede Menge gemeinsame Zeit im Sattel. Manchmal besteht ein Abenteuer eben einfach darin, nicht abzusteigen und weiterzufahren.

Und natürlich durfte auch heute das gemeinsame Grinsen nach getaner Arbeit nicht fehlen! 🚵‍♂️

Tag 5 von 6, Freitag, 6. August 2021

Trient – Bassano del Grappa

Strecke
96,8 km
Höhenmeter
773
Fahrzeit
5:02 h

Fünfter Tag unseres Alpencross – und langsam machte sich bemerkbar, dass wir schon einige Kilometer in den Beinen hatten. Doch ans Aufgeben oder Jammern dachte keiner. Schließlich wollten wir weiter Richtung Süden und unserem großen Ziel Schritt für Schritt näherkommen.

Von Trient aus führte uns die heutige Etappe weiter durch die beeindruckende Landschaft des Trentino und hinein in die Region Venetien. Die Via Claudia Augusta begleitete uns dabei weiterhin als historischer Wegweiser. Vorbei an kleinen Ortschaften, durch grüne Täler und entlang der abwechslungsreichen italienischen Landschaft ging es in Richtung Bassano del Grappa.

Mit knapp 97 Kilometern wartete erneut eine ordentliche Distanz auf uns. Dazu kamen 773 Höhenmeter – also deutlich mehr als am Vortag. Die Strecke war ein ständiges Auf und Ab. Keine riesigen Alpenpässe mehr, aber immer wieder kleinere Anstiege, die nach den bereits absolvierten Etappen durchaus in den Beinen zu spüren waren.

Je weiter wir nach Süden kamen, desto mehr veränderte sich die Landschaft. Die hochalpinen Eindrücke der vergangenen Tage wichen langsam einer mediterraneren Umgebung. Weinberge, kleine Dörfer und die typischen Landschaften Norditaliens begleiteten uns auf unserem Weg.

Nach gut fünf Stunden reiner Fahrzeit erreichten wir schließlich Bassano del Grappa. Eine wunderschöne historische Stadt am Fluss Brenta, bekannt für ihre alte Holzbrücke Ponte degli Alpini und natürlich den Grappa, der der Stadt ihren Namen gibt.

96,78 Kilometer und 773 Höhenmeter – wieder eine echte Tagesleistung! Die Beine wurden schwerer, aber die Motivation blieb hoch. Schließlich hatten wir schon fünf Etappen hinter uns und waren unserem großen Ziel ein gutes Stück nähergekommen.

Der gemütliche Teil des Tages

Nach der langen Etappe hatten wir uns den Abend redlich verdient. Im Western Saloon ließen wir den Tag gemütlich ausklingen. Bei reichlich Essen, guter Stimmung und dem einen oder anderen lustigen Gespräch wurden die Energiespeicher wieder aufgefüllt. Nach knapp 100 Kilometern durfte es schließlich auch gerne etwas mehr sein!

So wurde aus einem anstrengenden Bike-Tag ein rundum gelungener Abend – genau so, wie es bei der Schwitzstube sein muss: gemeinsam unterwegs, gemeinsam am Tisch und immer eine gute Geschichte auf Lager. 🤠🍔

Fast 100 Kilometer – und kein Ende in Sicht! Der Alpencross verlangte uns weiterhin einiges ab, aber genau das machte dieses Abenteuer aus. Gemeinsam Kilometer sammeln, Höhenmeter bewältigen und abends stolz auf das Geschaffte zurückblicken.

Und das Beste: Wir waren noch immer mit einem breiten Grinsen unterwegs! 🚵‍♂️

Tag 6 von 6, Samstag, 7. August 2021

Bassano del Grappa – Albarella

Strecke
136,5 km
Höhenmeter
147
Fahrzeit
6:18 h

Heute stand die Königsetappe in Sachen Kilometer auf dem Programm! Von Bassano del Grappa sollte es bis nach Albarella gehen. 136,54 Kilometer, gerade einmal 147 Höhenmeter – auf dem Papier eigentlich eine gemütliche Angelegenheit. Doch wie sich herausstellen sollte, kann auch eine flache Strecke zur echten Herausforderung werden.

Der Tag begann bereits mit einem Frühstück, das offenbar Eindruck hinterließ. Wir hatten ordentlich Hunger und ließen es uns schmecken. Die Gastgeber dürften sich vermutlich gefragt haben, ob da eine ganze Radmannschaft oder eine kleine Armee am Tisch sitzt. So viel wurde jedenfalls nicht alle Tage aufgefahren – und wir haben natürlich kräftig zugelangt!

Mit gut gefüllten Mägen machten wir uns anschließend auf den Weg Richtung Adriaküste. Was uns erwartete, war allerdings alles andere als eine entspannte Spazierfahrt. Die Temperaturen kletterten auf satte 35 Grad, die Sonne brannte vom Himmel und als wäre das nicht genug, blies uns auch noch ein kräftiger Gegenwind entgegen.

Die Strecke führte uns durch die flache Landschaft Venetiens. Kilometer um Kilometer ging es geradeaus, ohne große Höhenunterschiede, aber dafür mit ordentlich Widerstand von vorne. Und dann gab es noch ein weiteres Problem: Wasser! Trinkmöglichkeiten waren rar gesät. Also blieb uns nichts anderes übrig, als immer wieder einen Supermarkt anzusteuern, um unsere Wasservorräte aufzufüllen. So wurde der Einkauf zwischendurch fast zum festen Bestandteil unserer Etappe.

Bei 35 Grad und Gegenwind wurde jeder Kilometer zur kleinen Geduldsprobe. Die Beine arbeiteten, der Kopf musste mitspielen und die Trinkflaschen waren schneller leer, als uns lieb war. Von gemütlichem Dahinrollen konnte jedenfalls keine Rede sein.

Doch damit war der Tag noch nicht zu Ende. Als wir uns dem Ziel näherten, setzte es noch einen obendrauf: Ein Pedal verabschiedete sich mit einem Bruch! Ausgerechnet auf den letzten Kilometern musste also auch noch die Technik schlappmachen. Nach all den Strapazen fehlte uns das gerade noch. Aber auch das gehört zu einem echten Alpencross – irgendwas ist schließlich immer!

Irgendwie schafften wir es schließlich bis nach Albarella. Nach 136,54 Kilometern und über sechs Stunden Fahrzeit war die längste Etappe unseres bisherigen Abenteuers geschafft.

Was für ein Tag! Ein Frühstück wie für eine Großfamilie, 35 Grad Hitze, Gegenwind, ständig auf der Suche nach Wasser und zum Schluss noch ein gebrochenes Pedal. Diese Etappe hatte wirklich alles zu bieten.

Aber genau solche Tage bleiben in Erinnerung. Nicht unbedingt, weil alles perfekt läuft, sondern weil man gemeinsam durchbeißt, improvisiert, lacht und am Ende trotzdem ankommt.

136 Kilometer geschafft – und das Meer war zum Greifen nah! 🚴‍♂️🌊